Aldi Nord punktet mit Frischesortiment

08. August 2025 - Aldi Nord setzt seinen Wachstumskurs im deutschen Lebensmitteleinzelhandel fort – und das vor allem dank einer klaren strategischen Ausrichtung auf Frischeprodukte. Im ersten Halbjahr 2025 konnte der Essener Discounter seinen Umsatzmarktanteil kontinuierlich steigern. Eine besonders dynamische Entwicklung zeigt sich dabei im Segment Obst und Gemüse, wo Aldi Nord gemeinsam mit Lidl zunehmend zur dominierenden Kraft wird.

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Die Führungsebene in Essen zeigt sich nach langer Durststrecke wieder deutlich zufriedener mit der Geschäftsentwicklung. Nach internen Informationen ist die Stimmung im Management unter CEO Torsten Hufnagel und Deutschland-Chef Felix Rottmann spürbar optimistischer. Grund dafür sind sowohl steigende Umsätze als auch ein wachsender Marktanteil. Laut Marktdaten legte der Umsatzmarktanteil auf Monatsbasis im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 0,8 Prozentpunkte zu.

Besonders bemerkenswert ist, dass Aldi Nord im eigenen Vertriebsgebiet inzwischen sogar Lidl Paroli bieten kann – ein Bild, das sich vor wenigen Jahren noch deutlich anders dargestellt hatte. Damals hatte Lidl vor allem durch seine Stärke bei Frischeprodukten wie Backwaren, Obst und Gemüse die Nase vorn. Doch der Rückstand ist aufgeholt: Heute gelingt es auch Aldi Nord, Kunden gezielt über das Frischesortiment anzusprechen – ein Konzept, das lange Zeit als klarer Wettbewerbsvorteil von Lidl galt.

Ein zentraler Faktor dieser Entwicklung ist der wachsende Anteil des Obst- und Gemüsegeschäfts am Gesamtumsatz von Aldi Nord. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass dieser Anteil in den letzten zwei Jahren von rund 10 auf mittlerweile über 14 Prozent gestiegen ist – eine bemerkenswerte Entwicklung, die auf gezielte Investitionen zurückzuführen ist. So hat Aldi Nord nicht nur das Angebot ausgeweitet, sondern auch massiv in die Optimierung der Lieferketten investiert. Ergänzt wird dies durch eine aggressive Preispolitik, mit der gezielt Marktanteile gewonnen werden sollen.

Diese Maßnahmen zeigen nun Wirkung. Das überarbeitete Frischesortiment wird im wöchentlichen Handzettel prominent platziert – und fungiert als Frequenzbringer im Tagesgeschäft. Dabei kaufen die Kundinnen und Kunden in der Regel nicht nur Frischeartikel, sondern auch Produkte aus dem erweiterten Standardsortiment. Dieses wurde in den vergangenen Jahren ebenfalls neu ausgerichtet und basiert heute verstärkt auf international standardisierten Eigenmarken. Das ermöglicht eine bessere Steuerung von Aktionen über Ländergrenzen hinweg und sorgt gleichzeitig für optimierte Erträge.

Der aktuelle Erfolg im Frischesegment geht dabei nicht primär zulasten von Lidl, sondern betrifft insbesondere andere Wettbewerber im Discount- und Vollsortimentsbereich. Die starke Marktposition von Aldi Nord und Lidl im Bereich Obst und Gemüse wird auch durch aktuelle Marktforschungszahlen bestätigt: Gemeinsam liegen sie beim Umsatz und bei den abgesetzten Mengen inzwischen klar vor Rewe und Edeka. Im ersten Halbjahr 2025 konnten beide Discounter ihre Umsätze in diesem Bereich um rund 10 Prozent steigern – und damit fast doppelt so stark wie die klassischen Supermärkte.

Für die zweite Jahreshälfte stellt sich die Ausgangslage für Aldi Nord jedoch als herausfordernd dar. Der Discounter wird sich mit den starken Vergleichszahlen aus der zweiten Jahreshälfte 2024 messen müssen. Dennoch sehen Brancheninsider Aldi Nord für diese Aufgabe gut aufgestellt. Neben der Frische trägt auch das verbesserte Aktionsmanagement zur positiven Entwicklung bei. Insbesondere ist es gelungen, eine ungewollte Konkurrenz zwischen Angebots- und Dauersortiment zu vermeiden – ein Aspekt, der sich positiv auf die Wirtschaftlichkeit auswirkt.

Mit einem dichten Filialnetz von rund 2.200 Standorten in Deutschland und einem Bruttoumsatz von rund 15,5 Milliarden Euro im Jahr 2024 bekräftigt Aldi Nord seine Rolle als einer der zentralen Akteure im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Der derzeitige Wachstumstrend unterstreicht, dass insbesondere im Frischebereich noch erhebliche Potenziale ausgeschöpft werden können – vorausgesetzt, Preisstrategie, Sortimentspolitik und operative Umsetzung greifen so gut ineinander wie derzeit.