Der Discounter Aldi Nord strebt erneut an, sich über niedrige Preise zu profilieren. Während der Jahre des umfassenden Unternehmensumbaus hatte Aldi Nord aufgrund hoher Investitionen insbesondere bei Sonderaktionen Zurückhaltung gezeigt. Jetzt erntet das Unternehmen die Früchte seiner Modernisierungsmaßnahmen, welche die Betriebskosten deutlich reduzieren.
Aldi Nord investierte umfangreich in IT-Infrastrukturen, Logistik und die Neuorganisation des Einkaufs. Allein in Deutschland flossen über 1 Milliarde Euro in die Modernisierung der regionalen Filialen.
Auch die Rückbesinnung auf traditionelle Discounter-Prinzipien soll Einsparungen bringen. Nach einer Phase der Sortimentserweiterung setzt Aldi Nord nun, ähnlich wie Aldi Süd, auf eine Beschränkung des Angebots auf 1800 Artikel. Auch bei den Verkaufsflächen zeigt sich der Händler sparsamer: Die neue Idealgröße für Märkte beträgt nun 1000 Quadratmeter statt wie bisher 1100 bis 1200 Quadratmeter, was zudem die Ausstattungskosten senken soll.
Mit einem Nettoumsatz von 29 Milliarden Euro verzeichnete die Unternehmensgruppe Aldi Nord im vergangenen Jahr ein Wachstum von rund 7,5 Prozent. Dieser Anstieg ist neben der Inflation auch auf die Expansion im Ausland zurückzuführen, obwohl die Landesgesellschaft in Dänemark aufgegeben wurde. In den übrigen Ländern eröffnete der Discounter fast 100 zusätzliche Märkte. Auch in diesem Jahr liegt der Schwerpunkt der Expansion im Ausland: Es sind 200 neue Märkte geplant, davon allein rund 60 in Polen. In allen Ländern hat Aldi Nord 2023 Marktanteile hinzugewonnen. Es wird berichtet, dass die Filialumsätze im Ausland jedoch noch immer hinter denen im Inland zurückbleiben, wo Aldi Nord auf über 6,2 Millionen Euro (netto) Umsatz pro Jahr und Filiale kommt.
Die Ertragslage hat sich im vergangenen Jahr laut Unternehmensangaben deutlich verbessert. Dies gilt sowohl für den deutschen Heimatmarkt als auch für das Auslandsgeschäft. Alle Länder haben ein positives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) erzielt. Dazu trug auch die Aufgabe des verlustreichen Geschäfts in Dänemark im Jahr 2023 bei. Dennoch gibt es weiterhin Herausforderungen im Konzern. So entwickelt sich das Geschäft in Frankreich nicht wie erhofft, und im deutschen Heimatmarkt belasten hohe Investitionen für den Unternehmensumbau die Ergebnisse.
In Deutschland schreitet der Fortschritt in kleinen Schritten voran. Aus veröffentlichten Bilanzen geht hervor, dass die regionalen Einheiten im Vorjahr 2022 noch einen Verlust von etwa 50 Millionen Euro verzeichneten. Dennoch meldete Aldi Nord einen Gewinn auf Ebit-Basis von etwa 200 Millionen Euro, was auf Erträge aus den eigenen Immobilien zurückzuführen ist, die im Gegensatz zu einigen anderen Händlern separat ausgewiesen werden. Zusammengenommen ergibt dies das Gesamtergebnis für Deutschland, das sich laut Aldi Nord 2023 weiter verbessert hat. Bei 60 Prozent der deutschen Standorte ist Aldi selbst Eigentümer der Märkte.
Der Umsatz in Deutschland stieg um 6,6 Prozent auf 15 Milliarden Euro (brutto). Dieser positive Trend setzt sich in diesem Jahr fort. Bis einschließlich April lag Aldi Nord nach Daten von Marktforschern mit rund 5 Prozent Zuwachs über dem Gesamtmarkt, den die GfK mit 3,5 Prozent angibt.
