Im Rahmen dieser Strategie hat Aldi Nord bereits in der Vergangenheit die Anzahl seiner Eigenmarken erheblich reduziert. Von ehemals 600 Marken, die in den verschiedenen Ländern geführt wurden, sind nur noch 150 übrig – 50 davon werden nun europaweit einheitlich genutzt. Der Vereinheitlichungsprozess erfolgt in drei Phasen, bei denen jeweils rund 5000 Artikel, einschließlich Varianten, harmonisiert werden sollen. Dies betrifft sowohl die Verpackung als auch, wenn möglich, die Rezepturen der Produkte. Der Discounter betont, dass trotz der Vereinheitlichung der Produkte keine Kompromisse bei der Qualität gemacht werden.
Laut Alexander Lauer, Einkaufschef bei Aldi Nord, liegt ein wesentlicher Vorteil dieser Maßnahme in der Reduzierung der Komplexität für die Lieferanten. Unterschiedliche Gebinde und Rezepturen, die bislang zu höheren Kosten führten, sollen künftig vermieden werden. Durch eine Vereinheitlichung der Produktpalette wird nicht nur die Effizienz im Einkauf gesteigert, sondern auch die Zusammenarbeit mit den Aldi Süd-Kollegen, die die gleichen Produkte vermarkten, vereinfacht.
Ein zentrales Ziel dieser Harmonisierung ist es, auch in den Auslandsmärkten wettbewerbsfähig zu bleiben. Aldi Nord ist in vielen seiner internationalen Märkte, wie beispielsweise in Frankreich und Spanien, weit hinter der Marktstellung in Deutschland zurück. In Ländern mit Marktanteilen unter 5 Prozent wird es immer wichtiger, durch zentrale Einkaufskonditionen Kosten zu senken und Synergien zu nutzen. Bereits erste Tests und Umstellungen in den Niederlanden sowie eine erfolgreiche Vereinheitlichung in Bereichen wie der Kaffeemarke Barissimo und weiteren Produkten wie Trader Joe’s Nüssen und Tandil-Waschmittel bestätigen den Erfolg dieser Strategie.
Aktuell arbeitet Aldi an der Harmonisierung weiterer Marken wie Milsani, Bio und Daylicious. Auch die Produktlinien für Zahnpflege (Dentitex), Energy Drinks (Golden Power) sowie Tiernahrung (Cachet und Romeo) sollen in den kommenden Jahren vereinheitlicht werden. In der Warengruppe Health, Baby und Beauty ist der Harmonisierungprozess bereits weitgehend abgeschlossen – hier sind mittlerweile 90 Prozent der Artikel in allen Ländern identisch.
Besonders im Aktionsgeschäft ist Aldi bereits einen Schritt weiter: Das Nonfood-Sortiment wird bereits zentral in Essen gesteuert, und im Bereich der Food-Promotions soll ab 2026 ein Großteil der Aktionen (ca. 90 Prozent) mit internationalen Eigenmarken durchgeführt werden.
Diese Zentralisierung und Vereinheitlichung der Eigenmarken von Aldi Nord stellen einen entscheidenden Schritt in der strategischen Ausrichtung des Unternehmens dar. Die Maßnahme soll nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit von Aldi in den verschiedenen Märkten verbessern.
