Aldi Nord intensiviert Harmonisierung seiner Eigenmarken für internationales Geschäft

11. April 2025 - Aldi Nord setzt seine Bemühungen zur Vereinheitlichung seiner Eigenmarken fort und plant, ab 2026 das internationale Aktionsgeschäft nahezu vollständig zentral einzukaufen. Auch im Standardsortiment soll eine immer größere Zahl identischer Produkte in den verschiedenen Ländern angeboten werden. Der Discounter verfolgt damit das Ziel, Synergien zu schaffen und von den Vorteilen einer europaweiten Produktgestaltung zu profitieren.

Quelle: Wikimedia Commons

Besonders in den Bereichen der Eigenmarken wie Milsani, Bio und Daylicious wird die Harmonisierung vorangetrieben. Unter der Leitung von Einkaufschef Alexander Lauer und Thomas Harmuth, Geschäftsführer des FMCG-Einkaufs, wird eine zentrale Einkaufsstrategie umgesetzt, um den Wettbewerbsvorteil des größten Rivalen Lidl zu erreichen. Lidl vermarktet bereits seit Jahren viele Eigenmarken europaweit einheitlich und nutzt so Einkaufs- und Produktionssynergien. Aldi Nord hat nun beschlossen, diesen Schritt ebenfalls zu gehen und mehr Identität in den Sortimenten der verschiedenen Länder zu schaffen.

Im Rahmen dieser Harmonisierung wird das Sortiment in drei Wellen umgestellt, wobei jede Welle rund 5.000 Artikel umfasst, inklusive Produktvarianten. Bis Ende dieses Jahres soll die zweite Umstellungsphase abgeschlossen sein. Ein zentrales Ziel dieser Umstrukturierung ist es, die Ertragskraft der internationalen Gesellschaften zu steigern. Besonders in Frankreich, dem größten Auslandsmarkt von Aldi Nord, wurde das Geschäft bislang als defizitär eingestuft, was die Notwendigkeit für eine einheitliche Produktstrategie noch weiter unterstreicht.

Aktuell bietet Aldi Nord in den meisten seiner Märkte rund 1.800 Artikel ohne Varianten an. 50 dieser Artikel sind bereits länderübergreifend einheitlich. Bereits 2024 wurde mit der Vereinheitlichung wichtiger Produkte wie der Kaffeemarke Barissimo, den Nüssen von Trader Joe’s und der Waschmittelmarke Tandil begonnen. Im besten Fall sollen künftig nicht nur die Verpackungen, sondern auch die Rezepturen der Produkte angepasst werden, um die Produktionskosten weiter zu optimieren.

Der entscheidende Schritt in Richtung einer zentralen Einkaufslösung im Aktionsgeschäft ist für 2026 geplant. Heute werden etwa 25 Prozent der Aktionsartikel zentral in Essen eingekauft, doch dieser Anteil soll bis 2026 auf 90 Prozent steigen. Die Ländergesellschaften werden dann aus einem Katalog mit internationalen Eigenmarken wählen können, was ihnen den Zugang zu besseren Einkaufspreisen ermöglichen wird. Laut Alexander Lauer profitieren Länder mit einem höheren Anteil an internationalen Artikeln von signifikant besseren Einkaufskonditionen, auch wenn er genaue Zahlen hierzu nicht nennen möchte.

Aldi Nord setzt also auf eine konsequente Harmonisierung seiner Eigenmarkenstrategie, um nicht nur die Einkaufspreise zu optimieren, sondern auch die Effizienz in der Produktion und im Vertrieb zu steigern.