Aldi Nord erhöht den Druck bei der Expansion

05. Mai 2022 - In den letzten Jahren lag der Fokus bei Aldi Nord auf der Optimierung des bestehenden Filialnetzes. Dabei wurden gerade schlecht laufende Standorte identifiziert und aussortiert. Nun betreibt der Discounter ein ca. 2.200 Filialen umfassendes Netz. Zu Zeiten größter Ausdehnung wurden ca. 2.500 Filialen betrieben. Somit kam es im Laufe der Optimierungen zu einer Netto-Bereinigung um 300 Standorte.

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Dieser Prozess gilt beim Management als im Grunde erfolgreich abgeschlossen. Entsprechend wird jetzt wieder der Schwerpunkt verschoben. Nun geht es wieder darum zahlenmäßig zu wachsen und verlorene Marktanteile wieder zurückzuerobern. Ein wichtiges Ziel, das dabei verfolgt wird, ist die Steigerung des Umsatzes. In den letzten zwei Jahren stagnierte Aldi und entwickelte sich schlechter als der Markt.

Genaue Vorstellungen zum Umfang der neu geweckten Expansionsbestrebungen sind derweilen noch nicht bekannt. Letztes Jahr eröffnete Aldi Nord 60 neue Filialen. In der Regel handelte es sich dabei jedoch um Ersatzstandorte für in die Jahre gekommene Filialen. Nun sollen wieder grundsätzlich neue Standorte erschlossen werden. Aldi baut häufig selbst und hält die Objekte im Eigentum. Gerade in Ballungsräumen ist dies jedoch häufig nicht möglich. Der Discounter sucht die Nähe zum Kunden und sieht Wachstumsmöglichkeiten als Nahversorger. Gerade deswegen werden die Essener wohl nicht um die Kooperation mit starken Partnern herumkommen. Beispielsweise hat die Partnerschaft mit ECE von 2021 bis 2023 elf Mietverträge gefördert. 

Die gesuchten Flächen sind schwer zu bekommen. Nicht nur, weil es sich dabei generell um Mangelware handelt, sondern auch weil Hauptkonkurrent Lidl emsig nach den gleichen Kriterien Ausschau hält. Deswegen hat Aldi Nord, ähnlich wie Aldi Süd, in den für ihre Expansion wichtigsten Metropolen eigene Immobilienbüros eröffnet. Resultat dieser Bemühungen ist ein durch Torsten Janke geführter Expansionsbereich, der personell deutlich verstärkt wurde. Zur besseren Koordination wurde eine Unterteilung in die Regionen West, Nord und Ost vorgenommen. 

Über die letzten Jahre hat Aldi Nord viel Geld in die Modernisierung der eigenen Filialen investiert. Nur für die Einrichtung bestehender Märkte wurden mehrere hundert Millionen Euro bereitgestellt. Dazu kommen dann noch einmal die Kosten von zusätzlichen Bauvorhaben. Insgesamt wurden über 600 Märkte seit 2015 neu aufgestellt, entweder durch Neubau oder durch Erweiterung und Modernisierung. Aktuell betreiben die Essener ein Netz mit 2.200 Filialen, das im letzten Geschäftsjahr ca. 12 Mrd. Euro umgesetzt hat.