Aldi Nord baut internationale Präsenz aus

06. Juni 2025 - Aldi Nord verstärkt seine Aktivitäten auf den internationalen Märkten und erzielt zunehmend spürbare Fortschritte. Mit einer klaren Preisstrategie und einer gezielten Expansion gelingt es dem Discounter, Marktanteile in mehreren europäischen Ländern zurückzugewinnen oder auszubauen. Zwar bleibt der Abstand zum Hauptkonkurrenten Lidl weiterhin beträchtlich, doch der eingeschlagene Kurs zeigt erste positive Wirkung.

Quelle: FIM Unternehmensgruppe

Ein zentrales Element der neuen Wachstumsstrategie ist die gezielte Preissenkung im Obst- und Gemüsesegment. Aldi Nord reagiert damit auf den anhaltenden Markterfolg von Lidl, der mit aggressiven Preisen in ganz Europa punktet. In der Vergangenheit war Aldi in einigen Märkten – etwa den Niederlanden und Frankreich – hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Nun setzt der Händler verstärkt auf wettbewerbsfähige Preise, um seine Rolle als Preisführer glaubwürdig zu untermauern.

Insbesondere in den Niederlanden ist ein Wendepunkt erreicht. Dort konnte Aldi seinen Umsatz-Marktanteil laut aktuellen Marktdaten wieder auf 6 Prozent steigern und damit ein Niveau erreichen, das vor Jahren bereits Bestand hatte. Der Aufwärtstrend ist maßgeblich der Führung von CEO Jan Oostvogels und dessen Managementteam zu verdanken, die gezielt an einem wettbewerbsfähigen Preisniveau und einer verbesserten Marktposition gearbeitet haben.

Auch in Frankreich zeigt sich eine allmähliche Erholung. Je nach Quelle liegt der Marktanteil inzwischen bei rund 3 Prozent – ein Ergebnis, das auf die Kombination aus verbesserter Preisstrategie und zahlreichen Neueröffnungen zurückzuführen ist. Aldi erwartet für den weiteren Jahresverlauf zusätzliche Zugewinne, da viele neu eröffnete Märkte erst in der zweiten Jahreshälfte 2024 in Betrieb genommen wurden. Dennoch bleibt der Abstand zu den führenden fünf Handelsunternehmen in Frankreich weiterhin deutlich.

Besonders dynamisch entwickelt sich Aldi Nord derzeit in Spanien und Polen, den beiden aktuell wichtigsten Expansionsmärkten. In Spanien liegt der Marktanteil nach Unternehmensangaben erstmals bei 3 Prozent. Um diese Position weiter auszubauen, plant Aldi allein für das laufende Jahr die Eröffnung von 40 neuen Filialen. Damit würde das Filialnetz in Spanien bis Ende 2025 erstmals auf über 500 Märkte anwachsen.

In Portugal, wo das Marktumfeld aktuell rückläufig ist, gelang es dem Unternehmen trotz widriger Rahmenbedingungen, mit seinen 150 Standorten moderat zu wachsen. In Polen hingegen war der Filialzuwachs mit 60 neuen Märkten im vergangenen Jahr der größte konzernweit. Dennoch bleibt die Sichtbarkeit im Markt gering – insbesondere im Vergleich zur dominierenden Konkurrenz wie Biedronka, Lidl oder Netto. Derzeit betreibt Aldi in Polen rund 370 Filialen.

Langfristig könnte das internationale Geschäft einen deutlich größeren Anteil zum Gesamtergebnis von Aldi Nord beisteuern. Die umfangreichen Investitionen der letzten Jahre, insbesondere in Immobilien, zahlen sich zunehmend aus. So besitzt die Unternehmensgruppe beispielsweise in Frankreich rund die Hälfte der etwa 1.300 Filialen im eigenen Bestand – ein erheblicher strategischer Vorteil im Wettbewerb.

Der stabilste Auslandsmarkt bleibt weiterhin Belgien. Mit rund 450 Märkten ist das Expansionspotenzial hier nahezu ausgeschöpft. Dennoch liefert die belgische Gesellschaft verlässlich gute Erträge und gilt als solide tragende Säule im internationalen Geschäft. Zudem erprobt Aldi Nord dort aktuell den Einsatz einer neuen Kundenbindungs-App, was auf eine zunehmende Digitalisierung und stärkere Kundenorientierung hinweist.

In Summe lässt sich feststellen: Aldi Nord setzt im Ausland auf nachhaltiges Wachstum durch strukturierte Expansion, aktives Preismanagement und gezielte Investitionen. Die Rückkehr zu alter Stärke in traditionellen Märkten wie den Niederlanden sowie vielversprechende Entwicklungen in Süd- und Osteuropa untermauern das strategische Potenzial des Discounters auf internationalem Parkett.