Action kommt bisher gut durch die Krise

23. September 2022 – Der Nonfood-Discounter Action wird bald mehr als 1 Mrd. Euro in Deutschland umsetzen. Falls es nicht schon dieses Jahr gelingt, sollte die Marke für das nächste Geschäftsjahr als gesetzt gelten. Der Händler kann momentan gut von der anhaltend hohen Inflation profitieren.

Quelle: Action Nederland B.V./Wikimedia Commons

Bei Aldi und Lidl läuft der Absatz von Nonfood-Waren denkbar schlecht. Entsprechend stapeln sich die Reste langsam an. Bei Action sieht das anders aus. Während andere ihr Nonfood nicht loswerden, gewinnt Action neue Kunden. Besonders profitiert der Nonfood-Discounter dabei von der gestiegenen Preissensibilität der Kunden in Anbetracht der anhaltend hohen Inflation. CEO Heiko Großner kommentiert entsprechend: „Wir bemerken, dass Verbraucher ihre üblichen Einkaufsstätten überdenken, um Kosten zu sparen. Wir ziehen auch neue Verbraucher an, deren Preisbewusstsein gestiegen ist.“

Bei Action verbessert sich Umsatz genauso wie Ergebnis. Das soll auch dieses Jahr so sein. Selbst im Corona-Jahr war das gelungen, obwohl das Unternehmen unter den zeitweise angeordneten Schließungen zu leiden hatte. Momentan werden vor allem Artikel des täglichen Bedarfs nachgefragt. Insbesondere Reinigungs- und Waschmittel sowie Büroartikel gehen gut. Seit Beginn des Jahres führt Großner das Unternehmen an. Er hat viel vor und möchte das Format in Deutschland noch deutlich präsenter machen.

Das sorgt vor allem in der Immobilienbranche für ordentlich Aufmerksamkeit. Momentan sucht kaum ein anderer Händler so händeringend nach Flächen wie Action. Die Wunschflächen sollten mindestens 700 m² haben und eine gute Erreichbarkeit für die Kunden zulassen. In den vergangenen Jahren wurden jeweils rund 40 Märkte dem Vertriebsnetz hinzugefügt. Dieses Tempo bei der Expansion wird jetzt noch einmal erhöht. Für nächstes Jahr ist die Eröffnung der 500. Action-Filiale geplant.

Hauptrivale TEDi betreibt hierzulande etwa viermal so viele Standorte. Auch TEDi ist momentan auf Expansionskurs. Der Umsatz pro Filiale ist bei Action jedoch ungleich höher. Mit über 2 Mio. Euro pro Jahr pro Filiale liegt er sogar mehr als doppelt so hoch. Auf das gesamte Vertriebsnetz in Deutschland hochgerechnet dürfte Action damit auf ca. 950 Mio. Euro Umsatz kommen. Spätestens nächstes Jahr dürfte dann auch die 1-Mrd.-Euro-Marke geschafft werden.

Insgesamt schafft Action 6,8 Mrd. Euro (netto) Konzernumsatz. Das ist ungefähr 5 Mrd. Euro mehr als TEDi. Hersteller und Lieferanten nehmen Action momentan als Ausnahme wahr, da der Nonfood-Discounter einer der wenigen Betreiber ist, der noch umfassend Waren einkauft. Weiterhin setzt das Unternehmen auf hohe Lagerbestände, um sich gegen eventuelle Ausfälle wegen Lieferkettenstörungen abzusichern. Actions Sortiment ist zu großen Teilen austauschbar. Damit kann das Sortiment je nach Verfügbarkeit verschiedener Waren dynamisch angepasst werden.

Action identifiziert sich als Händler ganz klar über den Preis: „Das Grundprinzip unserer Preisstrategie ist, dass wir den niedrigsten Preis auf dem Markt haben“, kommentiert Großner. Nach wie vor ist das Grundverständnis das des stationären Händlers. Momentan existieren auch keine großen Ambitionen hin zum E-Commerce. Großner erklärt seinen fehlenden Enthusiasmus gegenüber einem möglichen Angebot folgendermaßen: „Sie [die Kunden] stöbern durch das Sortiment und entdecken jedes Mal neue Produkte. Deshalb funktioniert unser Geschäftsmodell am besten als stationäres Geschäft.“ Im Zuge der politisch angeordneten Schließungen der unmittelbaren Vergangenheit hat Action einen Click & Collect-Service eingeführt, der mittlerweile aber schon wieder eingestellt wurde.